Clubtheater Berlin

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Presse zu "Made in Germany"

F.A.Z., Berliner Seiten - 1. Februar 2002

von Jörg Niendorf

Das Stück "Made in Germany" wird an Wochenenden gespielt. Es ist eine eigentümliche Zeitreise. Gespielt wird es von den Schauspielern des Clubtheaters Berlin, immer betont nah am gast und seinem Getränk. Aber Entwarnung: Es ist kein Mitmachtheater. "Erst hatten wir den hundert Jahre alten Raum und dann die Idee für das Stück", sagt der Autor und Regisseur Stefan Neugebauer. Mit dem Deutschland-Reigen hat sein Theater nun die Ambient-Bühnen der Clubs verlassen und ist im Traditionslokalambiente angelangt. Einige Namenlose Kreuzberger tauchen auch bei "Made in Germany" auf und sagen in einem Video, was dieser Markenname ihrer Meinung nach bedeutet: Bier, Schnitzel, Kultur. Reichlich von alldem wird vorn im Lokal ja auch geboten, insofern passen Raum und Stück zusammen.




Die Welt

Das "Max und Moritz" in der Oranienstraße is das , was man eine Traditionskneipe nennt. Auf der Speisekarte stehen Gerichte wie "Hoppel Poppel" oder "Stolzer Heinrich", im Veranstaltunssaal vermeint man, den inzwischen 100 Jahre alten Feier-Muff der Institution in den Lungen zu spüren. Genau der richtige Ort für eine theatralische Versuchanordnung über "Made in Germany". Das Clubtheater Berlin hat sich dafür mit einem Filmteam durch die Straßen von Kreuzberg geschlagen und Menschen nach ihrem Verhältnis zu Deutschland befragt. Typisch deutsch sei, an der roten Ampel stehen zu bleiben, meint da einer, die deutsche Frau sei reinlich und ordentlich, hört man noch, und überhaupt sei hier alles viel zu teuer geworden. Doch, dieses Jammern und dieser Disziplinfetischismus der Leute auf der Straße ist wirklich entlarvend deutsch.




Der Tagesspiegel - 22. Januar 2002

von Pamela Jahn

Stefan Neugebauer hat für seine neueste Inszenierung "Made in Germany" das holprige Uhrwerk der deutschen Geschichte auseinander genommen und als eine Art multimediale Zeitmaschine neu montiert, die bis ins Jahr 1933 rückdatiert ist. Zurück in die Zukunft spielen sich von dort drei Frauen und drei Männer, sechs Prototypen, die uns vormachen, wie der gemeine Deutsche an und für sich mal war, jetzt ist und später vielleicht sein wird. Und dafür nehmen sie den beschaulichen Festsaal im "Max und Moritz", eine der wenigen ur-deutschen Bastionen im ur-deutschen Kreuzberg, gehörig in Beschlag. Ob 30er, 68er, oder 90er Jahre, immer ist irgendwie laut, geben sich unsere Deutschländer mal mehr, mal weniger prollig, liebeshungrig, aufmüpfig, sehnsüchtig, egozentrisch, nachdenklich und komisch.