Clubtheater Berlin

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In der russisch-römischen Sauna des Stadtbad Steglitz v. 02.12.2006 - 23.12.2006:
Vier Aufgüsse zum Advent

Das Clubtheater Berlin präsentiert in der russisch-römischen Sauna Raritäten aus der Welt der Literatur, des Theaters und der Musik.
Die Programme werden jeweils von Schauspielern und Musikern dargeboten. Bei Glühwein & Gebäck dürfen Sie die Darsteller hautnah erleben. Sie werden zunächst im Schwimmbad begrüßt, dann durch die labyrinthisch-anmutenden „Eingeweide“ des Stadtbad geführt, um schließlich in der wohl temperierten Sauna vier Advent-Aufgüsse zu erleben.

 

Berauscht Euch! zum 1. Advent, Sa. 2. Dez. um 20:00 Uhr
Toxische Literatur, destilliert mit Rock’n Roll

Schauspiel: Nadja Kruse, Gerhard von Druska
Strom-Gitarre: Mathias Rolf

Seit Menschengedenken und in allen Kulturen der Erde führt der Mensch Zustände der Selbst-Entrücktheit herbei. Sämtliche Formen der Kunst waren und sind erweitert worden durch die Sprengung des Herkömmlichen, auf der Suche nach dem Unbekannten. Für dieses Unternehmen haben Künstler seit je her auf alles zugegriffen, was der Reise dienlich schien. Goethes visionär schillernder "Faust 2" sog die Tinte aus Strömen von Rotwein und die modernen Autoren versetzten sich mit Hilfe von Alkohol, Opium und anderen Drogen in halluzinogene Zustände.
Ausgehend von den Absinth-Orgien der Dichterfürsten Arthur Rimbaud und Paul Verlaine begeben sich die musikalisch aufgeheizten Darsteller auf eine Zeitreise durch die Epochen der Neuzeit. Begegnungen mit Andre Breton, Karl Kraus, Lorca, Johnny Rotten, Jim Morrison, W. Borroughs, W. Neuss, Aldous Huxley und anderen Bekennern der halluzinogenen Zustände stehen auf dem Programm.

„Man sollte immer berauscht sein. Alles hängt daran: Das ist die einzige Frage. Damit Ihr die entsetzliche Last der Zeit nicht spürt, die Euch die Schultern bricht und zu Boden drückt, müßt Ihr Euch berauschen ohne Unterlaß. Aber womit? Mit Wein, mit Poesie, mit Tugend, womit Ihr wollt. Aber berauscht Euch.“
Charles Baudelaire   
Berauscht

NeuRosen zum 2. Advent, Sa. 9. Dez. um 20:00 Uhr
Woody Allen meets E. E. Cummings

Schauspiel: Sabine Falkenberg
Klarinette: Ralf Ehrlich

Der „Stadtneurotiker“, der zu den besten Filmen Woody Allens gehört, ist symptomatisch für unsere all zu menschlichen Sinnkrisen. Während sich der Kopfmensch in der Literatur und der Kunst den großen Fragen der Menschheit widmet, unterliegt sein Körper ganz anderen Impulsen: sexuelle Lust, rauschhaftes Begehren.
Es ist und bleibt ein Dilemma; Intellekt und Emotion gehen verschiedene Wege, aber genau diese Tatsache sorgt bei Woody Allen für die unnachahmliche Tragikkomik seiner Alltagshelden.
Was passiert nun, wenn der Stadtneurotiker sein Glück mit den Gedichten E. E. Cummings versucht? Einem Lyriker, der in seinen virtuosen Gedichten den Träumen, der Liebe und dem Tod nachspürt. Bei E. E. Cummings werden Redewendungen verdreht, Worte zu Lautphänomenen verklärt und Buchstaben ganz neu buchstabiert.
So sehr Woody Allen und E. E. Cummings scheinbar auseinander liegen, in der musikalisch-abgemischten Collage von Sabine Falkenberg und Ralf Ehrlich treffen sie unweigerlich aufeinander.

„Die Neurose ist eine allgemeine psychische Verhaltensstörung von längerer Dauer. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie erst im Laufe der Entwicklung entstanden ist. Zur Bestätigung solcher Diagnosen müssen organische Störungen als Ursache des Fehlverhaltens ausgeschlossen werden. Seine ihm charakteristischen Verhaltensstörungen vermag der Neurotiker nicht zu kontrollieren, er ist sich seines Leidens jedoch bewusst und an sich fähig, dessen Ursachen zu ergründen.“
Wikipedia   

„Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.“
Woody Allen   
Berauscht

BelCanto (Uraufführung) zum 3. Advent, Sa. 16. Dez. um 20:00 Uhr
Italienische Arien, Anekdoten und Anmerkungen

Gesang / Schauspiel: Folke Paulsen
Klavier: Emin Mamedov

Das Programm reicht von Monteverdi, Stendal, Bellini, Goethe, Rossini, Nietzsche, Puccini bis zu Enrico Caruso. Caruso ist nicht nur einer der berühmtesten Sänger des letzten Jahrhunderts, sondern auch derjenige, der als erster die Möglichkeiten der Schallplattenaufnahme und medialer Präsenz perfekt zu nutzen wusste. Seine Worte zum Belcanto (italienisch: schöner Gesang) haben bis heute Gültigkeit.

„Zu einem erfolgreichen Sänger gehören ein großer Brustkorb, ein großer Mund, neunzig Prozent Gedächtnis, zehn Prozent Verstand, eine Menge harter Arbeit und etwas im Herzen.“
Enrico Caruso   
Berauscht

Noch einmal ein Weihnachtsfest zum 4. Advent, Sa. 23. Dez. 20:00 Uhr
Eichendorf, Fontane, Maupassant, O Henry, Ringelnatz...

Schauspiel: Friedhelm Ptok
Percussion: Markus Kuchenbuch

Der früheste Beleg für den Ausdruck Weihnacht stammt aus dem Jahre 1170: „diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.“ (Übers.: Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: deshalb heißt diese nunmehr Weihnacht.) (J. Kelle 1858). Schon früh wurde die Vermutung geäußert, dass der Name vorchristlichen Ursprungs sei.

Hätt einer auch fast mehr Verstand als wie die drei Weisen aus Morgenland.“
Ernst Busch   
Berauscht


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