Clubtheater Berlin

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Clubtheater-Berlin zu Gast im Ballhaus Berlin

Der Großinquisitor
nach Fjodor Dostojewski

Der Großinquisitor
Friedhelm Ptok als Großinquisitor

„Bei uns werden alle glücklich sein, und sie werden sich weder empören noch sich gegenseitig vernichten, wie sie es in Deiner Freiheit allerorten tun.
O, wir werden sie überzeugen, dass sie erst dann frei sein werden, wenn sie sich von ihrer Freiheit unserethalben lossagen und sich uns unterwerfen..."
    aus: "Die Brüder Karamasow"

"Die Brüder Karamasow", geschrieben von Fjodor Dostojewski 1878-80, gehört zu den Meisterwerken der Weltliteratur. "Der Großinquisitor" ist das Herzstück dieses philosophischen Romans, in dem die Geschichte des Oberhaupts der katholischen Kirche, dem Jesus Christus begegnet, erzählt wird. Nicht in der Kirche und auch nicht auf der Strasse findet diese mysteriöse Begegnung statt, sondern in einem Verlies, einem Ort, wo der Tod gegenwärtiger ist als das Leben.

Die Russisch-Römische Sauna des Stadtbads Steglitz ähnelt einem solchen Verlies, verborgen, von mächtigen Säulen getragen, dem Tageslicht entrückt, dem Leben abgewandt. Der ideale Ort, um dem vom Alter und Zweifeln gezeichneten Großinquisitor die Chance zu geben, seine Vision der Kirche gegenüber Jesus Christus zu verteidigen.

Jesus Christus stellt weder provozierende Fragen noch brüskiert er ihn mit Vorwürfen, aber der Inquisitor weiß, dass er sich zwar auf Jesus Namen beruft, aber letztlich nur um seine ursprüngliche Botschaft zu verraten. Dieser programmatische Verrat ist die Lebenslüge der Kirche. Der Großinquisitor hält daran dogmatisch fest, bis ihm Jesus Christus erscheint.

Wie soll er jedoch auf seine unerwartete Anwesenheit reagieren? Er schuldet ihm seine Existenz. Er schuldet ihm sogar sein Weltbild? Soll er sich erklären? Soll er ihn um Vergebung bitten? Oder soll er ihn erneut aus der Welt verbannen? Was bleibt ihm übrig?

 



Das clubtheater-berlin lädt Sie zu diesem ungewöhnlichen Duell der beiden großen Antipoden der Menschheitsgeschichte in die Sauna des Stadtbad Steglitz ein. Erleben Sie den aus Film, Theater, Radio und Fernsehen bekannten Schauspieler und Sprecher Friedhelm Ptok als Dostojewkis Großinquisitor.


Inquisitionsstuhl   Historisches: Das Wort Inquisition stammt aus der Zeit der Römer und bedeutet soviel wie "aufsuchen" oder "nachspüren". Weitere Informationen finden Sie hier.
Welche Fragen stellt ein Inquisitor, wie geht er vor, um einen Verdächtigen zu "überführen"? Antwort auf diese Fragen finden Sie unter diesem Link.
 

Premiere
Donnerstag, 5. Oktober 2006, 20.30 Uhr

Der unten abgebildete Kardinal entstammt einem Bild von El Greco und trägt den wohlklingenden Namen "Don Fernando Nino de Guevara". Er war zu damaliger Zeit Großinquisitor in Sevilla.

Kardinal Guevara

"Er ist ein Heiliger um seiner Schwermut willen, ein trauriger Heiliger, ein heiliger Henker!"

Stefan Andres

Vorstellungen
Fr. – So. 6. Okt. – 8. Okt., 20.30 Uhr
Fr. – So. 13. Okt. – 15. Okt., 20.30 Uhr
Fr. – So. 27. Okt. - 29. Okt., 20.30 Uhr

Veranstaltungsort
Stadtbad Steglitz
Bergstraße 90, U/S-Bhf. Rathaus Steglitz


Tickethotline
030 - 623 00 51 oder 030 - 797 480 28

Karten
12,00 € / ermäßigt 8,00 €

Einlass / Kasse
Ab 19:30 Uhr

Spieldauer
Circa 60 Minuten

Weitere Infos
http://www.clubtheater-berlin.de

Das Team
Schauspiel:   Friedhelm Ptok

Foto:
 
Hannes Wanderer
Graphik:   Julie August
Internetseite:   Michael Onken
Lichtkonzept:   Gernot Kayser
Idee & Regie:   Stefan Neugebauer

Inquisitionsstuhl
Inquisitionsstuhl

Clubtheater Berlin

Erst im Februar 2006 führte man im Stadtbad Steglitz „Woyzeck“ von Georg Büchner auf. Ausgangspunkt der Arbeit ist der spezifische Raum bezogen auf seine theatralen Möglichkeiten. Er ist nicht nur die Kulisse sondern der kreative Impuls für die Interpretation des Stückes.


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