Clubtheater Berlin

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In der russisch-römischen Sauna des Stadtbad Steglitz:

Berauscht Euch!

Toxische Literatur, destilliert mit Rock’n Roll

Premiere: Freitag, 19.. Januar 2007 um 20:00h
Schauspiel: Nadja Kruse, Gerhard von Druska
Strom-Gitarre: Mathias Rolf

Anschließend Rock & Absinth im Café Stadtbad im Bau
Die Geburt des Rock'n Roll aus dem Geist des Absinth

Seit Menschengedenken und in allen Kulturen der Erde führt der Mensch Zustände der Selbst-Entrücktheit herbei. Sämtliche Formen der Kunst waren und sind erweitert worden durch die Sprengung des Herkömmlichen, auf der Suche nach dem Unbekannten. Für dieses Unternehmen haben Künstler seit je her auf alles zugegriffen, was der Reise dienlich schien. Goethes visionär schillernder "Faust 2" sog die Tinte aus Strömen von Rotwein und die modernen Autoren versetzten sich mit Hilfe von Alkohol, Opium und anderen Drogen in halluzinogene Zustände.

Baudelaire, Rimbaud, Verlaine und die Folgen
Ausgehend von den Absinth-Orgien der Dichterfürsten Arthur Rimbaud und Paul Verlaine begeben sich die musikalisch aufgeheizten Darsteller auf eine Zeitreise durch die Epochen. Begegnungen mit Andre Breton, Karl Kraus, Oscar Wilde, Johnny Rotten, Jim Morrison, W. Borroughs, Aldous Huxley und anderen Bekennern der halluzinogenen Zustände stehen auf dem Programm. Nicht zu vergessen die Songs von Led Zeppelin, Black Sabbath, Neil Young und anderen.

„Man sollte immer berauscht sein. Alles hängt daran: Das ist die einzige Frage. Damit Ihr die entsetzliche Last der Zeit nicht spürt, die Euch die Schultern bricht und zu Boden drückt, müßt Ihr Euch berauschen ohne Unterlaß. Aber womit? Mit Wein, mit Poesie, mit Tugend, womit Ihr wollt. Aber berauscht Euch.“
Charles Baudelaire   


VAGABUNDEN

klagenswerter Bruder! Wie viele grauenhaft schlaflose Nächte verdanke ich ihm! „Ich weiß, im Innersten hat er mich nie berührt. Ich machte mir seine Schwäche zunutzte! Fielen wir in das Exil zurück, in Sklaverei - es wäre meine Schuld.- Er hielt mich für eine seltsame Unschuld, vielleicht für das Unglück selbst, und fand dafür erstaunliche Gründe. Ich antwortete diesem Teufelsgelehrten mit einem Grinsen- und sprang aus dem Fenster. Auf freiem Feld entwarf ich zu der Musik der Silbermonde die Phantome einer künftigen, nachtdunklen Pracht.
Ich mußte mich auf diese Weise zerstreuen. Ich brauchte das zu meiner Reinigung. Dann warf ich mich aufs Stroh. Doch ich im Schlaf, stand der arme Bruder auf, mit fauligem Mund, die Augenhöhlen blutend und leer - so sah er sich selbst! - und zerrte mich durch den Raum und heulte seinen Traum durch die Nacht, sein blödes ewiges Leid.
Und ich glaubte, man könne ihm seine Kindheit zurückgeben, als eines Sohnes der Sonne- doch wir irrten umher, und wir nährten uns vom Wein der Höhlen, vom Zwieback der Straßen, und ich, immer getrieben, den Ort zu finden und die Formel.

Arthur Rimbaud
Nadja Berauscht

E-Gitarre Berauscht