Stefan Neugebauer

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Greizer Theaterherbst

Eine gute Woche im Jahr bietet der Greizer Theaterherbst ein vielfältiges
und anspruchsvolles Theaterprogramm.
Von 2008 - 2009 war Stefan Neugebauer der künstlerische Leiter des Theaterherbst.

Infos unter: www.theaterherbst.de




Herbst 2008 · Ring Frei!

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
Bertolt Brecht

Der XVII. Greizer Theaterherbst präsentiert sich unter anderem mit Stücken von Goethe, Schiller, Brecht bis hin zu dem Franzosen Xavier Durringer. Dafür bedarf es wie jedes Jahr großer Bemühungen. Bei aller „Routine“ gebiert ein Festival seine eigene Logik und seine eigenen Gesetze. Für mich als neuer künstlerischer Leiter ist das eine besondere Herausforderung, einerseits anzuknüpfen an die Arbeit meines Vorgängers und andererseits mit Ihnen zusammen zu neuen Ufern aufzubrechen.

Ich möchte das Festival unter das Motto „kämpfen“ stellen. Es gibt kaum ein Wort, das so treffend unsere unausgesprochene Lebensphilosophie beschreibt, denn wir kämpfen im Grunde jeden Tag - im Privaten, im Beruflichen oder im Öffentlichen – sei es um Anerkennung und Erfolg oder Liebe und Zuwendung. Jeder Kampf hat ein Ziel, auch der Kampf gegen sich selbst. Welche Ziele verfolgt der Mensch, wenn er kämpft, und welcher Mittel bedient er sich, um sie zu erreichen? Welche Ziele führen ihn in die Irre und welche führen ihn über sich selbst hinaus? Theaterautoren wissen um die Bedeutung dieser Fragen, wenn sie ihre Figuren zum Äußersten treiben.

Theaterherbst_Ring

Ring Frei!

Der Mensch kämpft gegen Bevormundung, gegen Missstände, gegen Dummheit... Er kämpft für mehr Toleranz, für eine offene Gesellschaft, für ein selbst bestimmtes Leben... Der so genannte Kampf ums Da-Sein ist auch – ganz wörtlich verstanden - der Kampf darum, von seinen Mitmenschen wahrgenommen und angenommen zu werden.

Der Greizer Theaterherbst führt Menschen verschiedensten Alters und verschiedenster Herkunft zusammen – dafür ist die Bühne der ideale Ort, ein Ort der Begegnung, der produktiven Auseinandersetzung und der lustvollen Probenarbeit, die am Ende in Aufführungen mündet, in denen das Herzblut der Beteiligten steckt. Unseren Kampfgeist spürt der Zuschauer, egal wie komisch, grotesk, traurig oder absurd die Geschichten sind, die wir ihm erzählen.

Wer kämpft, kann zwar laut Brecht verlieren, aber er gewinnt auch: an Erfahrungen, an Persönlichkeit und sicher auch an Menschlichkeit. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und Ihren Besuch.

April 2008
Stefan Neugebauer


Greizer Theaterherbst 2008

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Herbst 2009 · Glaube! Liebe! Hoffnung!

„Und wüsste ich, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“
Martin Luther

Wir starten in diesem Jahr in den XVIII. Greizer Theaterherbst. Für mich als künstlerischer Leiter ist es der zweite Herbst; die Vorteile (diverse Erfahrungen und eine gewisse Ortskenntnis) scheinen auf der Hand zu liegen, aber wie an das Vorjahr anknüpfen, ohne sich zu wiederholen? Das neue Motto sollte mich / uns davor bewahren, denn es führt im Gegensatz zum „Kampf“ ins Innere, in unsere Gefühlswelt, in unsere Herzensangelegenheiten...

Theatermenschen glauben an die Heilkraft des Theaters. Bei Aristoteles hieß es Katharsis – eine Art Reinigung durch Furcht und Mitleid und Friedrich Schiller spricht über 2000 Jahre später von der Bühne als einer „moralischen Anstalt“. Theater ist jedenfalls die einzige Kunst, die unwiederholbar ist, sie lebt im Augenblick, sie lebt von der Begegnung des Zuschauers mit dem Schauspieler.

Theaterherbst_Über Wasser gehen

Kurzfilm: Über Wasser gehen

Wir hoffen, dass wir mit unseren Werkstätten, Premieren und Gastspielen nicht nur das Theater sondern auch Greiz beleben. Wir möchten in diesem Theaterherbst neue Akzente setzen, sei es, dass wir zum 800 jährigen Jubiläum der Stadt Greiz auf der Freilichtbühne des Oberen Schlosses das Festival eröffnen, dass wir erstmals eine eigene Filmwerkstatt anbieten, dass wir einen ganzen Festivaltag Friedrich Schiller widmen, und dass wir neben professionellen Gastspielen auch eine Amateurgruppe einladen, die unter ähnlichen Bedingungen arbeitet wie wir es seit Jahren in Greiz tun.

Der Greizer Theaterherbst führt Menschen verschiedensten Alters und verschiedenster Herkunft zusammen – dafür ist die Bühne der ideale Ort, ein Ort der Begegnung, der produktiven Auseinandersetzung und der lustvollen Probenarbeit, die am Ende in Aufführungen mündet, in denen das Herzblut der Beteiligten steckt. Unseren Kampfgeist spürt der Zuschauer, egal wie komisch, grotesk, traurig oder absurd die Geschichten sind, die wir ihm erzählen.

Unsere Hoffnung sind Sie: Zuschauer, Teilnehmer und Gäste.

Februar 2009
Stefan Neugebauer


Greizer Theaterherbst 2009

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